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Kapverden


Essen und Trinken in Kapverden

Die Kapverden sind ein von Dürre geprägtes Entwicklungsland. Dementsprechend ist die kapverdische Küche einfach. Gewürze sind abgesehen von Salz, Korriander, Lorbeer und Rosmarin kaum bekannt.


Das kapverdische Nationalgericht ist die Cachupa, ein Eintopf der hauptsächlich aus weißem und gelbem Mais, Strauchbohnen und Gemüse besteht.
Brotfruchtbaum auf Santo Antao, © 2004 Frank Theis  Die Cachupa ist das Hauptnahrungsmittel der ländlichen Bevölkerung. Frühmorgens beginnt die Hausfrau den getrockneten Mais zu stampfen und zusammen mit den Bohnen zu kochen.
Andere Zutaten, wie Karotten, Süßkartoffeln, Maniok, Jamwurzel oder Brotbaumfrucht (Foto links) werden nach Verfügbarkeit dazugegeben. Wer hat, veredelt die Cachupa mit Fisch- oder Fleischeinlage oder mit portugisischer Mettwurst.

Zur Mittagszeit ist dann eine nahrhafte Suppe servierfertig. Nach weiterem einkochen wird die Cachupa des Abends als Eintopf angerichtet.
Die Reste des Vortages werden zum Frühstück angeröstet und eventuell mit einem Ei verfeinert und eine neue Cachupa für den Tag wird angesetzt.


Zuckerrohrpresse auf Santo Antao, © 2004 Frank Theis  Grogue ist ein Getränk dem man auf den Kapverden überall begegnet. Wer zur Zeit der Zuckerrohrernte auf den Kapverden ist, hat in fast allen Tälern die Gelegenheit die Herstellung dieses Nationalgetränkes zu beobachten. In von Eseln angetriebenen Pressen wird dem Zuckerrohr der Saft abgepreßt. Aus dem vergorenen Zuckerrohrsaft wird, in abenteuerlichen mit Zuckerrohrstroh befeuerten Destillieranlagen der Grogue gebrannt. Häufig begegnet man mit Kanistern beladenen Eseln, die den frischen Grogue an die Bars und Geschäfte ausgeliefern. Grogue ist billig (ca. 20CVE pro Glas) und wird überall und jederzeit angeboten. Trotzdem sieht man erstaunlicherweise äußerst selten betrunkene Kaboverder.


Die Ponche ist der aus Grogue mit Zusatz von Kräutern und Zuckerrohrsirup hergestellte Likör.


Leider ist der Grogue aus den primitiven Destillen häufig von miserabeler bis gesundheits- gefährdender Qualität.
Alfred Mandl hat sich das Ziel gesetzt, die Produktion von sauberem Grogue auf Kap Verde zu etablieren. Er hat eine Destille entwickelt, die mit einfachen Mitteln herzustellen ist, und eine kontrollierte Destillation erlaubt. Obwohl sie mit gekauftem Gas befeuert wird, kann er preiswerter produzieren, da durch den Verkauf des Zuckerrohrstrohs mehr als der Gaspreis erwirtschaftet wird. Er produziert seinen Grogue nach östereichischen (sic!) Edelbrandrichtlinien und experimentiert mit der Veredelung durch Lagerung in Eichenfässern. Wir waren von seinen Produkten sehr begeistert.
Seine Arbeit am "sauberen" Grogue stößt auf den Kapverden auf reges Interesse. So hat das Kapverdische Fernsehen kürzlich eine ausführliche Reportage über seine Produktion gedreht. (Bildergalerie)


 
 


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© 2004 - 2012 inselfans.de Frank Theis

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